Musik-News: neues Video von Fil Bo Riva – Album folgt!

Mit dem Titel "Musik-News" erscheinen an dieser Stelle von nun an mehr 
oder weniger regelmäßig Neuigkeiten über Bands, Alben, Tours und
andere Hintergrundgeschichten (selbstverständlich ohne Anspruch auf
Vollständigkeit). Welche Musik-News sollten hier noch unbedingt
auftauchen? Schick gern eine Nachricht durch!

Die Fakten:

  • Band: Fil Bo Riva
  • Das ist neu: Musikvideo zu „Go Rilla“
  • Das steht an: 22.03.2019 Album-Release Beautiful Sadness, April/Mai 2019 Deutschlandtour

Die Analyse:

Das letzte Mal auf sich aufmerksam gemacht hat der deutsch-italienische Musiker Fil Bo Riva (hier geht’s zum Beitrag) im Oktober mit dem Release seiner neuen Single „Go Rilla“. Jetzt gibt es dazu auch ein offizielles Musikvideo. Das wimmelt im ersten Moment nur so vor Gorilla-Kostümen, gruseligen Alten und silbern angemalten Gesichtern. Die Verwendung dieser verschiedenen, teilweise recht skurrilen Filmelemente passt hier aber ausgesprochen gut zu der kraftvollen Neuerscheinung. Die schnellen Schnitte und die Vielzahl von abstrakten Kostümen ergänzen optisch schön den treibenden Rhythmus und den von Zwischenrufen und Einwürfen geprägten Text.

„Go Rilla“ ist neben „Blindmaker“, „Head Sonata“ und „Time Is Your Gun“ bereits die vierte vorab veröffentlichte Single des im kommenden März erscheinenden und lang erwarteten Debut-Albums Beautiful Sadness. Für die beiden Monate nach dessen Release stehen auch schon stolze 20 Tourtermine in ganz Deutschland fest.

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Die Lieferanten: frischer Wind aus Münster

Jazz-Riffs im Klavier, kabarettistische Texte, bisschen Rock’n’Roll-Feeling, funkige Gitarre, lässiger Gesang, smartes Schlagzeug. Für diese Fülle an Stilmitteln reichen die klassischen Genres gar nicht aus. Deshalb haben sich Die Lieferanten kurzerhand selbst eins überlegt: Schabernacksoul.

Zwei Jahre nach ihrer Gründung merkt man den Jungs an, dass sie ihren Stil gefunden haben und darin aufgehen. Einen besonderen Elan scheinen die vier Lehramtsstudenten aus Münster von Anfang an mitgebracht zu haben: Einen Monat nach der Gründung im Herbst 2016 standen sie schon gemeinsam im Studio, um die erste EP aufzunehmen – der Titel passenderweise Eine Frage der Begeisterung. Neben dem Unibetrieb wurde dann ordentlich Bühnen-Erfahrung gesammelt, Festivals gespielt, eine Nominierung zum Pop NRW Preis darf auch nicht fehlen. Und das wichtigste: Ganz bald gibt’s eine neue EP. Alles, was du hast kommt am 16. November raus, die Tour dazu steht Anfang 2019 an.
Wie die Bezeichnung Schabernacksoul verspricht, bringt auch diese Platte wieder eine schöne Bandbreite an musikalischen Kniffen mit. Sänger Moritz lässt seine coole, kratzige Stimme raushängen, die Mitglieder sind einwandfrei aufeinander abgestimmt. Überhaupt findet man in den Songs der Lieferanten alles, was man sich als MusikliebhaberIn so wünschen kann: Spannungsbögen, tanzbare Rhythmen, Melodien, die man mitsingen kann, ruhige und mitreißende Passagen und unverhoffte Wechsel, die von allen Mitgliedern super umgesetzt werden.

Fazit: Die Lieferanten machen ihrem Namen alle Ehre und liefern einfach klasse Musik ab. Besonders schön ist, dass von Klavier bis Drums jedes Instrument seinen Raum bekommt. Gerade der Bass, der bei vielen Indie-Bands etwas unter den Tisch gekehrt wird, gibt dem starken Sound der Lieferanten mit seiner starken Präsenz noch einmal einiges.

Alice Merton: echte Frauenpower

Alice Mertons Musik ist vor allem eins: saucool. Texte, Rhythmen, Melodien – einfach alles cool.

Nach einer – zumindest geographisch – recht bewegten Kindheit und Jugend (Deutschland, USA, mehrere Stationen in Kanada, wieder Deutschland, Großbritannien) macht Alice Merton ihre Musik heute von Berlin aus. Und diese Musik kommt an: Mehrere Preise hat sie schon abgestaubt, unter anderem einen ECHO, in Deutschland und vier anderen Ländern hat sich ihre erste Single so gut verkauft, dass es für den Platin-Status reichte.
Mertons Songs sind im Großen und Ganzen Popstücke, allerdings mit einer guten Ladung rockiger Power. Der energiegeladene Sound ist vor allem geprägt von Mertons ausgesprochen kräftiger Stimme. Sie stahlt beim Singen eine beeindruckende Souveränität aus, als ließe sie sich von nichts und niemandem vorschreiben, wer sie zu sein habe. Auch was ihre Instrumentalbegleitungen anbelangt, traut sich Merton, zu experimentieren. So ist „No Roots“ komplett auf einem Bassmotiv aufgebaut und überhaupt ist der Song mit den wirkungsvoll eingesetzten Backings und rhythmischen Akzenten besonders kraftvoll.

Fazit: Alice Merton macht lebendigen und definitiv tanzbaren Indie-Pop, die Ohrwurm-Melodien kommen dabei trotzdem nicht zu kurz.

Cat Clyde: ein Hoch auf den Gitarrenfolk

Wenn rhythmische Akustikgitarrenpatterns auf verspielte E-Gitarren-Fills und eine gute Portion Power im Gesang treffen, dann ergibt das Cat Clyde.

Die Solo-Künstlerin Cat Clyde aus dem kanadischen Stratford hat schon als Jugendliche in verschiedenen Bands gespielt und Songs geschrieben. Nun, mit Mitte 20, hat sie schon die ein oder andere Veröffentlichung hinter sich und tourt gerade durch Deutschland.
Die Titel von Cat Clyde lassen einen versonnen in die Ferne blicken und klingen durch den selbstbewussten, vollen Gesang der jungen Singer-Songwriterin nach Zuversicht und gleichzeitig einem besonderen Sinn für Ästhetik. Sehr schön kommen auch die Country-Einflüsse, besonders in Akustik- und E-Gitarren-Begleitung. Die Musikvideos sind größtenteils in der Natur gedreht und treffen damit schön ursprünglichen Klang von Clydes Folksongs.

Fazit: Ob zum Träumen, fröhlichen Zusammensitzen, für eine Dosis Saloon-Feeling oder fürs Feierabendbier – Cat Clydes Musik eignet sich für fast jede Gelegenheit.

  • Meisterwerk: Like A Wave
  • Getextet: „My thoughts are colossal | I can see they weigh you down“ (Like A Wave)
  • Umleitung: https://www.catclydemusic.com/

Dodie Clark: mehr als nur Youtube-Sternchen

Aus der Masse der täglichen Uploads auf Plattformen wie Youtube hervorzustechen, ist ein Meisterwerk. Wenn es aber gelingt, kann das World Wide Web zum unvergleichlichen Sprungbrett werden. So passiert bei Dodie Clark aus Großbritannien.

Als Youtuberin angefangen ist Dodie mittlerweile weltweit einem Millionenpublikum bekannt. Auf ihren Tours ist die junge Musikerin längst nicht mehr nur in ihrer englischen Heimat unterwegs: Anfang 2019 wird sie in ganz Europa auftreten, auch zwei Konzerte in Deutschland sind geplant.
Auf ihren Youtube-Kanälen präsentiert Dodie Clark neben anderen Inhalten regelmäßig ihre neue Musik. Schön interpretierte Cover finden sich dort genauso wie Selbstgeschriebenes, mal singt sie solo, mal im Duett mit anderen Musikern wie Jon Cozart – ebenfalls britischer Youtuber. Unter ihren Songs sind sowohl nachdenklich-emotionale wie humorvolle, so zum Beispiel das „Akward Duet“. Dodie Clark zeigt, dass es manchmal gar nicht viel braucht, um tolle Musik zu machen: auf Youtube reicht ihr oft eine Ukulele und die eigene Stimme. Die Titel auf den EPs sind etwas aufwendiger aufgenommen, ihr sympathisches Auftreten strahlt dabei aber immer noch durch.

Fazit: Dodie Clarks Musik ist variantenreich, stimmungsvoll und absolut hörenswert.

Jules Ahoi & The Deepsea Orchestra: Surfer-Dudes für den Folk

In Frontmann Julian Braun scheinen seit jeher zwei Herzen zu schlagen. Einerseits der Ozean (der ist für einen Surflehrer ja auch existentiell) und andererseits seine Leidenschaft zur Musik; beides vereint er in seinen Songs. Mit Band heißt er dann Jules Ahoi & The Deepsea Orchestra.

Nachdem ihm im Surfurlaub in Frankreich die spontane Erkenntnis getroffen hatte, dass das Studentenleben doch nichts für ihn sei, fasste Julian Braun alias Jules Ahoi den Entschluss, von nun an einen VW-Bus sein Zuhause zu nennen. Seine Erlebnisse verpackte er in Songtexte und war nach ersten Veröffentlichungen regelmäßig mit seinem Deepsea Orchestra in Europa unterwegs. Der Begriff des Orchesters ist hier übrigens gar nicht unbedingt fehl am Platz, schließlich wird Jules Ahoi mit Pianistin, Gitarrist, Bassist, gleich zwei Drummern und Cellistin von einer recht großen Band unterstützt.
Wenn man Jules Ahoi & The Deepsea Orchestra und ihre rhythmischen, kraftvollen Songs hört, schmeckt man schon fast das Meersalz auf der Zunge. Jules Ahois Stimme hört man an, dass er viele Geschichten zu erzählen hat, seine Musikerkollegen übernehmen den atmosphärischen Sound. Wie man sich musikalische Wellen vorstellt, bauen sie Spannung auf und lassen sie wieder abflauen, treibende Trommelrhythmen, gut dosierter Hall und Gitarrenmotive mit etwas Off-Beat-Feeling verstärken den Effekt.

Fazit: Ob Surfer oder Nicht-Surfer, ein bisschen Lust auf Wellen und Brandung hat noch keinem geschadet. Jules Ahoi & The Deepsea Orchestra liefern den besten Soundtrack um in die Ferne zu starren und vom Meer zu träumen. Oder natürlich den nächsten Atlantikurlaub zu planen.

Fil Bo Riva: eine Stimme für Unwetter und Lagerfeuer

Eine ordentliche Portion Melancholie und Herzschmerz hat Singer-Songwritern noch nie geschadet. Fil Bo Riva bringt die besten Voraussetzungen mit.

Nach Kindheit und Jugend in Rom und Dublin ist Fil Bo Riva inzwischen in der deutschen Hauptstadt angesiedelt. Neben einzelnen Singles sind seine Songs außerdem auf seiner vor zwei Jahren erschienenen EP If You’re Right, It’s Alright zu hören. Die Zeiten der Straßenmusik wurden für Riva damit von Solo-Tourneen und Begleitauftritten abgelöst.
Typisch Folk-Pop lässt er bei „Like Eye Did“ (If You’re Right, It’s Alright EP) die Akustikgitarre den Anfang machen, sanftes Zupfen, ein paar Slides, dazu ein bisschen Gesumme – und letzteres macht einen schon stutzig. Wenn Fil Bo Riva dann mit dem Gesang einsetzt, kann man tatsächlich nur noch staunen, was für eine wahnsinnige Stimme aus diesem jungen Lockenkopf herauskommt. Voll, tief und vor allem eins: rau wie Schmirgelpapier. Wo auch immer man über ihn stolpert – der Vergleich mit Henning May von AnnenMayKantereit lässt nie lang auf sich warten. Kein Wunder, dass er auf der Tour der Kölner 2015 als Vorband mit dabei war, und auch einen Milky Chance-Support nennt er schon als Referenz.

Fazit: Fil Bo Riva könnte eine der großen musikalischen Entdeckungen der nächsten Zeit sein. Die EP ist auch vielversprechend, fehlt also nur noch ein Debut-Longplayer, dann kann durchgestartet werden.

Yusuf Sahili: Brücke zwischen zwei Kulturen

What are we really doing on this planet? Where are we going? What will remain of us when we leave? And what are we running on before that will happen? – Yusuf Sahili stellt sich die ganz großen Fragen.

Sahili ist ein in Berlin beheimateter Indie-Musiker. Es ist noch gar nicht so lang her, da hat er nach zwei EPs mit seiner Single „No Way Out“ eine neue Veröffentlichung auf den Markt geworfen.
Zugegeben, seine Melodien sind nicht immer eingängig, manche Tonfolgen kommen unerwartet, trotzdem hört man gern und fasziniert zu und lässt sich von seiner relativ hohen Stimme, den stilvoll eingesetzten Begleitungen und Texten forttragen. Die Gitarrensoli sind oft eine aufregende Mischung aus rocktypischem Overdrive und orientalischen Skalen. Von sanfter Mehrstimmigkeit und unbeschwerten Melodien über folkige Guitarbackings bis zu echter Power ist Yusuf Sahili gut aufgestellt.

Fazit: Es gibt keine Schublade, in die dieser Musiker so einfach passt. Indie, etwas Rock, Folk, ein bisschen Reise um die Welt, Aufbruchsstimmung und Yusuf Sahilis feines musikalisches Gefühl machen den ganz einzigartigen Charakter seiner Musik aus.

The Wooden Wolf: einsamer Folk

Der Singer-Songwriter The Wooden Wolf  hält, was sein Name verspricht: Wie ein einsamer Wolf klingt er, allein mit seiner Akustikgitarre, mit der Melancholie in seinen Liedern und der rauen Stimme.

Der französische Musiker singt auf englisch und geht so routiniert mit Genre und Stimmung um, dass man ihn glatt für ein amerikanisches Folk-Country-Urgestein halten könnte.
Auf seinen EPs setzt The Wooden Wolf auf eine einfache Besetzung. Nur spärlich lässt er sich begleiten. Neben den allgegenwärtigen, teilweise recht komplexen Zupfmustern seiner Gitarre finden sich nur hin und wieder einzelne andere Instrumente wie Streicher oder Schlagzeug im Hintergrund. Der Gesang steht so unangefochten im Vordergrund, dass er Raum hat, die atmosphärischen Texte einzufangen; man hört mal eine gefestigte Stimme, mal Schmerz und Zweifel.

Fazit: Mit viel Einfühlungsvermögen und Gefühl für passende Stimmung singt The Wooden Wolf Texte voller Geschichten.

 

Emersound: musikalische Reise um die Welt

Die Musiker von Emersound verbinden die musikalische Energie aus ihrer brasilianischen Heimat mit anderen Stilen aus der ganzen Welt. Was dabei entsteht, ist etwas ganz Besonderes.

Die Truppe um Frontmann Emerson Araújo hat sich inzwischen in Berlin angesiedelt und versprüht ihre Vibes von dort aus in ganz Europa. Zwei Studioalben und ein Liverecording haben sie schon gemeinsam in Umlauf gebracht, die Konzerte der energiegeladenen Band lohnen sich erst recht.
Die unschlagbare Mischung aus lateinamerikanischen Rhythmen, Funk, Afro-Beat, HipHop und Reggea zieht bei ihrem Publikum ohne Frage. Schlagzeug und Percussion geben das südamerikanische Grundfeeling vor, die Gitarre sorgt je nachdem für eine Prise Funk oder Reggea. Emerson Araújo ist mit seinem Sprechgesang und dem charismatischen Auftreten das Gesicht von Emersound. In Brasilien und Chile ist der Name Araújo wohl längst nicht mehr unbekannt, um die Leute hierzulande von ihrer gut gelaunten, urbanen und etwas exotischen Art zu überzeugen, haben sie sich mit Berlin wahrscheinlich schon einmal das beste Terrain ausgesucht.

Fazit: Für alle, die bei Musik grundsätzlich den Drang haben, sich zu bewegen, und mal Lust auf etwas anderes haben, ist Emersound die richtige Wahl. Sie haben ein Gefühl für verschiedenste Genres, texten in verschiedenen Sprachen und wirken unglaublich offen – man hat fast das Gefühl, dass Emersound überall auf der Welt zuhause sind.

  • Meilensteine:
    2011 Mi Raza
    2015 Live In Santiago De Chile
    2016 Música Propria
  • Umleitung: http://emersound.net/

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