Jules Ahoi & The Deepsea Orchestra: Surfer-Dudes für den Folk

In Frontmann Julian Braun scheinen seit jeher zwei Herzen zu schlagen. Einerseits der Ozean (der ist für einen Surflehrer ja auch existentiell) und andererseits seine Leidenschaft zur Musik; beides vereint er in seinen Songs. Gemeinsam mit seiner Band nennt er sich Jules Ahoi & The Deepsea Orchestra.

Nachdem ihm im Surfurlaub in Frankreich die spontane Erkenntnis getroffen hatte, dass das Studentenleben doch nichts für ihn sei, fasste Julian Braun alias Jules Ahoi den Entschluss, von nun an seinen VW-Bus sein Zuhause zu nennen. Seine Erlebnisse verpackte er in Songtexte und war nach ersten Veröffentlichungen regelmäßig mit seinem Deepsea Orchestra in Europa unterwegs. Der Begriff des Orchesters ist hier übrigens gar nicht unbedingt fehl am Platz, schließlich wird Jules Ahoi mit Pianistin, Gitarrist, Bassist, gleich zwei Drummern und Cellistin von einer recht großen Band unterstützt.
Wenn man Jules Ahoi & The Deepsea Orchestra und ihre rhythmischen, kraftvollen Songs hört, schmeckt man schon fast das Meersalz auf der Zunge. Jules Ahois Stimme hört man an, dass er viele Geschichten zu erzählen hat, seine Musikerkollegen übernehmen den atmosphärischen Sound. Wie man sich musikalische Wellen vorstellt, bauen sie Spannung auf und lassen sie wieder abflauen, treibende Trommelrhythmen, gut dosierter Hall und Gitarrenmotive mit etwas Off-Beat-Feeling verstärken den Effekt.

Fazit: Ob Surfer oder Nicht-Surfer, ein bisschen Lust auf Wellen und Brandung hat noch keinem geschadet. Jules Ahoi & The Deepsea Orchestra liefern den besten Soundtrack um in die Ferne zu starren und vom Meer zu träumen. Oder natürlich den nächsten Atlantikurlaub zu planen.

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Fil Bo Riva: Eine Stimme für Unwetter und Lagerfeuer

Eine ordentliche Portion Melancholie und Herzschmerz hat Singer-Songwritern noch nie geschadet. Fil Bo Riva bringt die besten Voraussetzungen mit.

Nach Kindheit und Jugend in Rom und Dublin ist Fil Bo Riva inzwischen in der deutschen Hauptstadt angesiedelt. Neben einzelnen Singles sind seine Songs außerdem auf seiner vor zwei Jahren erschienenen EP If You’re Right, It’s Alright zu hören. Die Zeiten der Straßenmusik wurden für Riva damit von Solo-Tourneen und Begleitauftritten abgelöst.
Typisch Folk-Pop lässt er bei „Like Eye Did“ (If You’re Right, It’s Alright EP) die Akustikgitarre den Anfang machen, sanftes Zupfen, ein paar Slides, dazu ein bisschen Gesumme – und letzteres macht einen schon stutzig. Wenn Fil Bo Riva dann mit dem Gesang einsetzt, kann man tatsächlich nur noch staunen, was für eine wahnsinnige Stimme aus diesem jungen Lockenkopf herauskommt. Voll, tief und vor allem eins: rau wie Schmirgelpapier. Wo auch immer man über ihn stolpert – der Vergleich mit Henning May von AnnenMayKantereit lässt nie lang auf sich warten. Kein Wunder, dass er auf der Tour der Kölner 2015 als Vorband mit dabei war, und auch einen Milky Chance-Support nennt er schon als Referenz.

Fazit: Fil Bo Riva könnte eine der großen musikalischen Entdeckungen der nächsten Zeit sein. Die EP ist auch vielversprechend, fehlt also nur noch ein Debut-Longplayer, dann kann durchgestartet werden.

Yusuf Sahili: Brücke zwischen zwei musikalischen Kulturen

What are we really doing on this planet? Where are we going? What will remain of us when we leave? And what are we running on before that will happen? – Yusuf Sahili stellt sich die ganz großen Fragen.

Sahili ist ein in Berlin beheimateter Indie-Musiker. Es ist noch gar nicht so lang her, da hat er nach zwei EPs mit seiner Single „No Way Out“ eine neue Veröffentlichung auf den Markt geworfen.
Zugegeben, seine Melodien sind nicht immer eingängig, manche Tonfolgen kommen unerwartet, trotzdem hört man gern und fasziniert zu und lässt sich von seiner relativ hohen Stimme, den stilvoll eingesetzten Begleitungen und Texten forttragen. Die Gitarrensoli sind oft eine aufregende Mischung aus rocktypischem Overdrive und orientalischen Skalen. Von sanfter Mehrstimmigkeit und unbeschwerten Melodien über folkige Guitarbackings bis zu echter Power ist Yusuf Sahili gut aufgestellt.

Fazit: Es gibt keine Schublade, in die dieser Musiker so einfach passt. Indie, etwas Rock, Folk, ein bisschen Reise um die Welt, Aufbruchsstimmung und Yusuf Sahilis feines musikalisches Gefühl machen den ganz einzigartigen Charakter seiner Musik aus.

The Wooden Wolf: Einsamer Folk

Der Singer-Songwriter The Wooden Wolf  hält, was sein Name verspricht: Wie ein einsamer Wolf klingt er, allein mit seiner Akustikgitarre, mit der Melancholie in seinen Liedern und der rauen Stimme.

Der französische Musiker singt auf englisch und geht so routiniert mit Genre und Stimmung um, dass man ihn glatt für ein amerikanisches Folk-Country-Urgestein halten könnte.
Auf seinen EPs setzt The Wooden Wolf auf eine einfache Besetzung. Nur spärlich lässt er sich begleiten. Neben den allgegenwärtigen, teilweise recht komplexen Zupfmustern seiner Gitarre finden sich nur hin und wieder einzelne andere Instrumente wie Streicher oder Schlagzeug im Hintergrund. Der Gesang steht so unangefochten im Vordergrund, dass er Raum hat, die atmosphärischen Texte einzufangen; man hört mal eine gefestigte Stimme, mal Schmerz und Zweifel.

Fazit: Mit viel Einfühlungsvermögen und Gefühl für passende Stimmung singt The Wooden Wolf Texte voller Geschichten.

 

Emersound: Musikalische Reise um die Welt

Die Musiker von Emersound verbinden die musikalische Energie aus ihrer brasilianischen Heimat mit anderen Stilen aus der ganzen Welt. Was dabei entsteht, ist etwas ganz Besonderes.

Die Truppe um Frontmann Emerson Araújo hat sich inzwischen in Berlin angesiedelt und versprüht ihre Vibes von dort aus in ganz Europa. Zwei Studioalben und ein Liverecording haben sie schon gemeinsam in Umlauf gebracht, die Konzerte der energiegeladenen Band lohnen sich erst recht.
Die unschlagbare Mischung aus lateinamerikanischen Rhythmen, Funk, Afro-Beat, HipHop und Reggea zieht bei ihrem Publikum ohne Frage. Schlagzeug und Percussion geben das südamerikanische Grundfeeling vor, die Gitarre sorgt je nachdem für eine Prise Funk oder Reggea. Emerson Araújo ist mit seinem Sprechgesang und dem charismatischen Auftreten das Gesicht von Emersound. In Brasilien und Chile ist der Name Araújo wohl längst nicht mehr unbekannt, um die Leute hierzulande von ihrer gut gelaunten, urbanen und etwas exotischen Art zu überzeugen, haben sie sich mit Berlin wahrscheinlich schon einmal das beste Terrain ausgesucht.

Fazit: Für alle, die bei Musik grundsätzlich den Drang haben, sich zu bewegen, und mal Lust auf etwas anderes haben, ist Emersound die richtige Wahl. Sie haben ein Gefühl für verschiedenste Genres, texten in verschiedenen Sprachen und wirken unglaublich offen – man hat fast das Gefühl, dass Emersound überall auf der Welt zuhause sind.

  • Meilensteine:
    2011 Mi Raza
    2015 Live In Santiago De Chile
    2016 Música Propria
  • Umleitung: http://emersound.net/

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Ryan McMullan: Pop-Star von Morgen

Ryan McMullan, Singer-Songwriter aus dem nordirischen Belfast, ist gerade dabei, die Pop-Szene zu erobern.

Der erste Vorbote für ein Debut-Album ist gerade am 14.9. auf den Markt gekommen: Die Single „Bowie On The Radio“ ist ein Tribut an David Bowies „Heroes“ und erzählt eine Geschichte aus dem nächtlichen Manhattan.
Mit seiner Art zu singen, reiht McMullan sich ein in die Tradition gehypter Sänger wie James Blunt oder Ed Sheeran, deren Markenzeichen ebenfalls eine besonders sanfte und gleichzeitig voluminöse Stimme ist. Bei letzterem war McMullan passenderweise auch schon als Vorband dabei, weitere Konzerttermine für die nächste Zeit – unter anderem auch in Deutschland – sollen demnächst bekannt gegeben werden. Stimmlich deckt Ryan McMullan ganz klar ein weites Spektrum ab, von zarten Tönen in der Höhe über ausladende melodische Verzierungen bis zu fast souliger Power.

Fazit: Ryan McMullan hat mit „Bowie On The Radio“ soeben den Anfangsstein für eine vielleicht steile Karriere gelegt. Man sollte also abwägen, ob man sich die kommenden Veröffentlichungen und die Auftritte in Deutschland entgehen lassen möchte, denn wer weiß, wie lange der Mann noch „bloß“ ein Geheimtipp bleiben wird.


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Luc Stargazer: Epischer Shoegaze

Das Rock-Quartett Luc Stargazer legt einen fetten Sound an den Tag.

Obwohl die Band sich bereits 2010 gegründet hatte, war sie bis vor kurzem abgesehen von einer EP recht zurückhaltend, was Studioaufnahmen angeht. Ende August kam dafür endlich ein komplettes Album auf den Markt. Und das Warten hat sich gelohnt: Lunascape ist eine starke Platte geworden.
Dass Luc Stargazer seit ihrer Gründung vor fast einem Jahrzehnt einiges an Banderfahrung sammeln konnten, spiegelt sich nämlich auch in Lunascape wieder. Das Album ist angenehm ausgereift, die Band wirkt selbstsicher und routiniert. Die Tracks klingen im Allgemeinen sphärisch, aber dennoch bodenständig und nicht überzogen. Wirklich Spaß machen die saftigen Rock-Riffs der Gitarre und das wuchtige Schlagzeug. Zusammen mit der intensiven Stimme des Sängers und dem gut dosierten Hall werden die Songs richtig episch. Sehr schön auch, wie diese aufgeladene Atmosphäre immer wieder von ruhigen, rein instrumentalen Interludes durchbrochen wird. Tracks wie „4 A.M.“ oder „Saturn“ holen die Hörerschaft wieder auf den Boden zurück, verbreiten Melancholie und scheinen eine ganz eigene geheime Geschichte zu erzählen.

Fazit: Zwei Pole in der Musik zu verbinden, ist keine leichte Sache. Luc Stargazer bringen es fertig, auf einen Song voller Power einen zweiten mit fast zerbrechlichen Tönen folgen zu lassen, ohne dass es unpassend klingt.


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Laura Heller: Weltenbummlerin mit Musik im Gepäck

Abenteuerlust und Fernweh: Wer ab und an solche Gefühle hat, der sollte schleunigst einmal in die Musik der jungen Folk-Musikerin Laura Heller reinhören.

Der Titel ihres Debuts Travelling Further erklärt schon, auf wie ihre Lieder entstanden sind: fernab ihrer Heimat Eichstätt auf Backpacking-Tour in Asien und Australien. Und diese Lebensweise scheint es ihr angetan zu haben, schließlich ist sowohl der klassische Weltenbummler wie auch der Prototyp des Folk-Musikers zwar gesellig, aber vornehmlich allein unterwegs. So wundert es nicht, dass Laura Heller vor allem auf Gesang und Gitarre setzt, zur Unterstützung kommt höchstens mal ein Banjo oder eine Blues Harp dazu.
Laura Heller singt leichtfüßig und unbekümmert, die Songs sind trotz minimalistischer Instrumentation voller Leben. Ihre Titel klingen trotz allem nicht zu seicht, man merkt der Musikerin an, dass die Texte Bedeutung für sie haben, und ihre Stimme ist zwar zart, jedoch keinesfalls zerbrechlich.

Fazit: Mit Laura Heller ist die Welt des Folk um eine besondere junge Musikerin reicher.


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Go!Zilla: Vielversprechender Rock aus Florenz

Vier Italiener haben sich 2011 zusammengetan, um als Go!Zilla gemeinsam ihrer Leidenschaft für psychedelischen Garage-Rock nachzugehen.

Die beiden Sänger und Gitarristen von Go!Zilla Luca Landi und Mattia Biagiotti werden ergänzt durch Fabio Ricciolo am Schlagzeug und Niccolò Odori, der den Synthesizer und die Perkussion übernimmt. Seit ihrer Gründung 2011 haben die vier praktisch jede Chance zum Auftreten genutzt, waren auf Tour in Europa und den Vereinigten Staaten und haben den ein oder anderen Record herausgebracht.
Für Ende September ist nun ein neues Album angekündigt. Hört man dessen Titel Modern Jungle’s Prisoners zum ersten Mal, hofft man schon heimlich auf eine eine gesellschaftskritische Richtung und tatsächlich soll die neue Platte ein Konzeptalbum mit klarem Thema werden: psychische Struggles in Großstadtdschungel und Betonwüste. Da hat man schnell expressionistische Gemälde im Kopf. Die vorabveröffentlichte Single „Demons Are Closer“ ist zum überwiegenden Teil instrumental gehalten. Die Band startet mit mächtigen Gitarrenriffs und Schlagzeug, wechselt dann aber in einen weniger beladenen, mysteriösen Part – die perfekte Basis für spärliche Liedzeilen wie „demons are rising in my head all the time“. Immer wieder springt die Band zwischen aufgewühlten Riffs und leisen, sich anpirschenden Tönen hin und her. Diese teils recht abrupten Wechsel passen klar in die bedrohliche Grundstimmung des Songs und sorgen trotz wenig Vocals für Abwechslung.

Fazit: Die Welt braucht gute Konzeptalben und Go!Zilla können sich hören lassen. Mal sehen, wohin die Reise noch geht.

  • So klingt’s: sehr unterschiedlich. Mal gruselig-düster mal peppig und schlagfertig
  • Meilensteine:
    2013 Debut Grabbing A Crocodile
    2015 Sinking In Your Sea
    September 2018 Modern Jungle’s Prisoners
  • Getextet: „Demons are rising in my head all the time“ (Demons Are Closer)
  • Umleitung: https://tideselekta.com/de/promo/24/gozilla

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Verlosung: 2×2 Tickets für The Sherlocks

| Die Teilnahmefrist für die Verlosung ist bereits abgelaufen. |

Sie sind jung, energiegeladen und machen einfach super Indie-Rock. In ihrer britischen Heimat sind The Sherlocks längst eine der angesagtesten neuen Bands. Nach ersten EPs, BBC-Features und einem Auftritt beim berühmten Reading & Leeds Festival gibt es seit letztem Jahr mit Live For The Moment endlich ein vollständiges Album von den Jungs.


Zum ursprünglichen Beitrag über The Sherlocks mit Video zum Reinhören geht es hier.


Platten sind ja schön und gut – live ist trotzdem immer besser! Aus diesem Grund verlost Musik unterm Radar 2×2 Tickets für die beiden einzigen Deutschlandkonzerte der Briten:

29.09.2018        Osnabrück         Kleine Freiheit

01.10.2018        Köln                        Blue Shell

Die Teilnahme ist ganz einfach: Schickt eine Mail mit der Betreffzeile Verlosung „The Sherlocks 2018“ an musik-unterm-radar@gmx.de und gebt darin bitte euren vollständigen Namen an und zu welchem der beiden oben genannten Konzerte ihr kommen möchtet. Die beiden Gewinner bekommen Plätze für sich selbst plus eine weitere Person für das ausgewählte Konzert.
Teilnahmeschluss ist der 26. September 2018!